5 Tipps, um deine Hühner vor Roten Vogelmilben zu schützen

23. Juli 2020 — von Jasmin Radel

Einer der garstigsten Zeitgenossen in der Hühnerhaltung ist ganz klar, die rote Vogelmilbe. Die nachtaktiven Blutsauger sind zwar gerade mal knapp einen Millimeter groß, vermehren sich aber freudig und bringen das (Stall)-Leben deiner Hühner ganz schön aus dem Gleichgewicht.

Im Hühnerstall gibt es unzählige Nistmöglichkeiten für die Vogelmilbe, denn sie hausen in jedem noch so kleinen Winkel, in der Einstreu oder auch dem Dämmmaterial. Während man sie tagsüber kaum zu Gesicht bekommt, geht nachts die Party los und deine Hühner werden quasi überfallen und angezapft. Besonders beliebt sind dabei die feuchtwarmen Stellen unter dem Flügelansatz oder um die Kloake herum, da diese die Körperpartien mit der reichhaltigsten Blutversorgung sind.

Um aber einem Befall erstmal grundlegend vorzubeugen, kannst du deinen Hühnerstall »sichern«. Dafür haben wir hier 5 Tipps zusammengetragen.

STOPP - Zutritt nur für Hühner und Personal

Milben und allerlei andere Parasiten richten sich absolut gern in Ritzen, Nischen, Spalten und in Rissen von Wänden und Böden häuslich ein. Mach ihnen das nun direkt mal so schwer wie möglich, in dem du diese Optionen von vornherein gar nicht erst anbietest. Das geht zum Beispiel ziemlich gut, in dem du alles mit Sanitärsilikon aus dem Baumarkt verfugst und abdichtest.

Wohnen in WEISS ist einfach zeitlos

Mittlerweile fast schon in Vergessenheit geraten, ist der Kalkanstrich. Schon früher wurden landwirtschaftliche Nutztierräumlichkeiten generell mit spezieller weißer Kalkfarbe (Sumpfkalk) geweißelt. Diese “schwemmt” nahezu alle Poren und Öffnungen der Wände zu und die hygienische Wirkung sowie die Fähigkeit Keime einzubinden und auszuhungern, sind bis heute unübertroffen. Kalkfarbe machte es Parasiten somit in Ställen schier unmöglich zu (über-)leben. Erhältlich in fast jedem Baumarkt, lässt sich das pudrige Kalkpulver (nicht zu verwechseln mit der trendigen Kreidefarbe!) mit Wasser anmischen und kann auch schon gleich rundum auf die zuvor gereinigten und trockenen Wände, Boden und Decke deines Hühnerstalls aufgetragen werden. Optimal sind zwei Anstriche übereinander.

Ich geh mir mal schnell die Milben pudern

Nachdem nun das Gebäude »gesichert« ist, bleiben noch Sitzstangen und Legenester, die du aber auch »entmilben« solltest. Hierfür gibt es den speziellen Kieselgur. Das weißliche oder auch hellgraue Puder besteht hauptsächlich aus den Schalen von fossilen Kieselalgen. Diese mikroskopisch winzigen, aber kantigen Schalen beschädigen die Chininpanzer kleinster Insekten und Spinnentiere. Die pudrige und auch extrem fett- und flüssigkeitsabsorbierende Struktur des Kieselgurs trocknet Schädlinge im Anschluss also regelrecht aus.

Die Ente bleibt draußen - und das Huhn darf in die Wanne

Hühner baden ja für ihr Leben gern. Aber nicht in mokeligwarmem Wasser unter duftendem Schaum, sondern in Sand und Staub - und sie werden trotzdem sauber. Feiner Sand und staubige Erde rieseln beim Hühner-Spa durch das Gefieder, reinigen und lockern dabei verklebte Federn auf. Ebenso wird Ungeziefer entfernt. Solch eine kleine Wellness-Oase solltest du deinen Hühnern auch bieten. Lockere in deinem Gehege ein Stück Boden mit dem Spaten auf und mische feinen Sand (aus dem Baumarkt) dazu - voilà, deine Chicks werden es lieben!

Werde ein Revolverheld

Das große Krabbeln hat schon begonnen und du hast auf deinen Hühnern Ungeziefer entdeckt? Dann wird es Zeit für einen Cowboy-Hut, eine gut sitzende Jeans mit Ledergürtel und einer Flasche des Geflügel-Biozides deiner Wahl (die du dort lässig einhängst). Wie im Wilden Westen ist hier nun die Devise: draufhalten und abdrücken, denn jedes deiner Hühner muss nun mit einem Anti-Parasitenspray eingesprüht werden.

Synthetische oder natürliche Abwehr - Du hast die Wahl!

Sprays basierend auf synthetisch modifizierten Pyrethroiden, machen dem Befall ziemlich schnell und einmalig den Gar aus - ihr Nachteil ist allerdings die chemische Belastung deiner Tiere. Durch die Langlebigkeit der enthaltenen Pyrethroide können diese zwar nur in geringer Menge, aber dennoch in den Körper gelangen. Die Aufnahme kann über die Atmung, die Haut oder die Nahrung geschehen und es entsteht eine Karenzzeit für den Verzehr von deren Fleisch und Eiern.

Nutzt du zur Bekämpfung deines Milbenbefalls direkt am Huhn ein natürliches Anti-Parasitenspray wie Inuzid, muss das Einsprühen mehrere Tage lang wiederholt werden. Wir setzen in unserer Inhaltsstoff-Kombi auf das natürliche Pyrethrum. Da es vergleichsweise schnell abgebaut wird, müssen Pyrethrum-haltige Präparate, wie Inuzid, in der Regel zwar häufiger angewandt bzw. der Schutz in kürzeren Intervallen erneuert werden, eine Wartezeit für tierische Erzeugnisse bleibt aber aus. Ebenfalls ist das Risiko für unerwünschte (Neben-)Wirkungen wesentlich geringer.

In unserem Anwendungs-Video zeigt dir Jasmin wie du Inuzid bei Hühnern anwenden kannst. Allerdings waren die Hühnerprobanten dort noch recht handlich und klein. Für die Behandlung von ausgewachsenen Hühnern solltest du auf jeden Fall Hilfe haben, denn erfahrungsgemäß finden Hühner ansprühen erstmal doof und zappeln daher ziemlich rum. Seid ihr aber zu zweit, ist halten, sprühen und leicht einmassieren schnell und angenehm gemacht.

Genaue Infos zu Inuzid kannst du in der Produktbeschreibung kriegen, das Präparat erhältst du direkt über deinen Tierarzt.

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