Igel gefunden? Was zu tun ist.

25. August 2020 — von Raphaela Schiller

Wussten Sie, dass Igel gar keine Äpfel fressen? Dabei sieht man Igel doch sehr oft an Fallobst knabbern. Das liegt allerdings daran, dass sie vor allem die Maden und Würmer in dem süßen Obst interessieren. Generell gibt es sehr viel Unwissenheit über die kleinen stacheligen Wildtiere. Daher machen es sich inzwischen einige Tierliebhaber zur Aufgabe die Igel zu retten. Zwei Retterinnen sind Frau Gessel und Frau Gaede aus Berlin, Vorsitzende des Vereins »Igelschutz Berlin«.

Die Hauptsaison der Igel-Retter ist meist über die Wintermonate – von Oktober bis März. Frau Ressel und Frau Gaede engagieren sich seit vielen Jahren ehrenamtlich für die stacheligen Wildtiere. Sie kümmern sich um die abgegebenen Igel und fahren auf eigene Kosten weite Strecken, um von der Mutter verlassene Igelbabies bei Findern abzuholen.

Nach einer ersten Behandlung bekommt jeder Igel seinen eigenen kleinen Käfig, in der Hauptsaison finden bis zu 60 Tiere ein vorübergehendes Zuhause in der Station, die sich selbst als Igel-Krankenhaus bezeichnet. Denn sobald die Igel wieder fit und nach einem Winterschlaf ausgeschlafen sind, werden sie wieder ausgewildert – so wie es das Bundesnaturschutzgesetz vorsieht. Um dieses zeit- und kostenintensive Projekt stemmen zu können, ist der Verein auf Spenden von Igelfreunden angewiesen. Vor allem freuen sich die Igel immer über Sachspenden jeglicher Art. Von Hundefutter über Zeitungspapier bis hin zu Desinfektionsmittel. Durch Geldspenden können Tierarztbesuch, Futter und Sprit bezahlt werden. Es können sogar Patenschaften für die Igel-Findlinge, die alle einen eigenen Namen erhalten, übernommen werden.

Wieso sind die Igel überhaupt so hilfsbedürftig?

Millionenfach überfahren oder durch Straßenbau und weiteren Bauaktivitäten ihres Lebensraumes beraubt, setzen den Igeln weitere Faktoren wie der Einsatz von Chemie in den Gärten oder falscher Umgang von Tierfreunden enorm zu und sorgen für eine erschreckende Dezimierung des überaus nützlichen Insektenfressers. Auch die inzwischen sehr beliebten Mähroboter bringen einige Gefahren für die Igel. Tiefe Schnittwunden im Gesicht und am Körper, sowie verletzte oder abgerissene Pfoten sind keine Seltenheit. Die meisten Tiere kommen aber meist nur mit Flöhen und anderen Parasiten in der Station an.

Hilfe für den Igelschutz

Der ehrenamtliche und gemeinnützige Arbeitskreis Igelschutz Berlin e.V. finanziert sich ausschließlich über Spenden. Durch die Geldspenden können Futter, Tierarztkosten und Medikamente für die Igel bezahlt werden. (Auf Wunsch mit Spendenquittung)
Spendenkonto: Postbank NL Berlin IBAN: DE55 100 100 100 0350 2810 5 Paypal: igelpateberlin@web.de www.igelschutzberlin.com

Igel gefunden? Was zu tun ist.

  • Wasser (keine Milch) und Katzen- oder Hundenassfutter oder gestocktes ungewürztes Ei anbieten, bei sehr geschwächten Tieren lauwarmen Fencheltee mit einer Einwegspritze vorsichtig zugeben.
  • Ein mit Zeitungspapier oder einem alten Handtuch ausgelegter großer Pappkarton eignet sich perfekt, um einen Igel vorübergehend zu beherbergen.
  • Laufen Igelbabys tagsüber hilflos umher, besteht die Möglichkeit, dass der Mutter etwas zugestoßen ist. Hier gilt es, erst abzuwarten und zu beobachten, bevor man eingreift. Denn es kann sein, dass das Muttertier auch gerade nur das Nest verlegt, da sie sich gestört fühlte.
  • Wenn Sie ein Igelbaby finden, ist es meistens nicht allein. Seine Geschwister sind eventuell noch in der Nähe. Bitte die Umgebung nach weiteren Igelbabys absuchen. Igelbabys werden bis 300 Gramm auf jeden Fall gesäugt und können ohne Mutter nicht überleben!
  • Untersuchen auf Verletzungen. Wenn möglich Fliegeneier und /oder -maden, Flöhe und Zecken entfernen. Verletzte und kranke Igel sollten sofort mit nach Hause genommen werden und nach Absprache mit einer Igelstation oder einem igelkundigen Tierarzt behandelt werden.
  • Warm halten bei Unterkühlung: eine handwarm gefüllte Wärmflasche mit einem Handtuch umwickeln, in einen passenden Karton legen und den Igel darauf setzen und mit einem weiteren Tuch zudecken.

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